
Wenn die meisten Menschen von der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) hören, gehen sie davon aus, dass sie nur für die größten Konzerne gilt. Seit das EU-Vereinfachungspaket Omnibus I am 18. März 2026 in Kraft getreten ist, trifft das für die Berichtspflicht selbst weitgehend zu – doch die Auswirkungen reichen weiterhin weit über diese Unternehmen hinaus:
Quelle: Richtlinie (EU) 2026/470 (Omnibus I). Die EU-Mitgliedstaaten müssen die Änderungen bis zum 19. März 2027 in nationales Recht umsetzen.
Der Haken: Auch Unternehmen außerhalb des Anwendungsbereichs können nach Daten gefragt werden. Große berichtspflichtige Unternehmen müssen ihre Wertschöpfungskette abdecken – einschließlich der Scope-3-Emissionen von Subunternehmern, Logistikpartnern und Lieferanten.
Omnibus I setzt dabei eine Grenze: Von Partnern mit bis zu 1.000 Beschäftigten dürfen nicht mehr Informationen verlangt werden, als der freiwillige EU-Standard für KMU (VSME) vorsieht, und sie müssen informiert werden, wenn eine Anfrage darüber hinausgeht. Das Basismodul des VSME umfasst jedoch bereits den gesamten Energieverbrauch – mit Kraftstoffen aufgeteilt in erneuerbar und nicht erneuerbar – sowie die Treibhausgasemissionen nach Scope 1 und 2 (Empfehlung (EU) 2025/1710 der Kommission). Mit anderen Worten: Auch wenn Sie nicht berichtspflichtig sind, können Ihre Kunden weiterhin Ihren Kraftstoffverbrauch und Ihre Emissionen bei Ihnen anfragen.
Für große Konzerne ebenso wie für kleinere Transportunternehmen, Logistikfirmen oder Zulieferer ist das Verständnis der doppelten Wesentlichkeit und der Emissionen in der Wertschöpfungskette daher entscheidend – heute, nicht erst morgen.
Die doppelte Wesentlichkeit verpflichtet Unternehmen dazu, ihre Nachhaltigkeitsleistung in zwei Dimensionen zu bewerten und zu berichten:
Das bedeutet, dass die Berichterstattung nicht mehr nur direkte Emissionen und operative Leistungen umfasst – sondern die gesamte Wertschöpfungskette, inklusive der ökologischen und finanziellen Folgen von Drittanbietern und Subunternehmern.

Große Konzerne, Spediteure und Logistikdienstleister haben eine besondere Ausgangslage, da ihre Umweltbilanz nicht nur durch den eigenen Fuhrpark und Betrieb (Scope 1 und Scope 2) bestimmt wird, sondern auch durch das weitere Transportökosystem – einschließlich Subunternehmern und Partnern (Scope 3).
Erfahren Sie hier mehr über Scope 1, 2 und 3.
Scope-3-Emissionen stellen die komplexeste und bedeutendste Herausforderung der CSRD dar, da sie Emissionen von Subunternehmern und Drittpartnern einschließen, etwa:
• Emissionen aus Transportleistungen beauftragter Subunternehmer.
• Kraftstoffverbrauch von Drittanbietern.
• Emissionen von vorgelagerten Lieferanten (z. B. Kraftstoffproduzenten).
• Lebenszyklusemissionen Ihrer Fahrzeuge.
• Emissionen beim Recycling oder Verschrotten von Fahrzeugen oder Geräten.
• Geschäftsreisen und Pendeln der Mitarbeiter.
Beispiel:
Wenn Sie ein externes Logistikunternehmen mit der Warenzustellung beauftragen, werden die Emissionen aus deren Lkw als Ihre Scope-3-Emissionen im Rahmen der CSRD gewertet.
Wenn Ihre Subunternehmer fossile Kraftstoffe verwenden oder ineffiziente Flotten betreiben, spiegeln sich deren Emissionen in Ihrem gesamten Nachhaltigkeitsbericht wider.
Die Erfassung von Scope-3-Emissionen erfordert eine enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Lieferkette. Sie benötigen präzise Daten von Subunternehmern zu Kraftstoffverbrauch, Emissionsfaktoren und Transportvolumen.
Beispiel:
Wenn Sie einen Subunternehmer für die letzte Meile einsetzen, müssen Sie Daten zur Kraftstoffart, gefahrenen Strecke und Lastgewicht erfassen und in Ihre Berichterstattung integrieren.
Auch wenn Ihr Unternehmen noch nicht direkt berichtspflichtig ist, können Sie die Auswirkungen bereits spüren, weil:
Mit anderen Worten: Kleinere Unternehmen spüren die CSRD über Kundenverträge – innerhalb der Grenzen, die Omnibus I nun setzt.

Scope-3-Berichterstattung mag überwältigend wirken – besonders für Transport- und Logistikunternehmen, bei denen Subunternehmer eine große Rolle spielen. Doch mit dem richtigen Ansatz, Werkzeugen und Partnerschaften lässt sich diese komplexe Aufgabe in einen strukturierten Prozess verwandeln, der sowohl Compliance als auch Wettbewerbsvorteile bringt.
Verwenden Sie erneuerbare Kraftstoffe wie HVO100
Der Umstieg auf erneuerbare Kraftstoffe wie HVO100 kann Scope-1- und Scope-3-Emissionen erheblich reduzieren.
• HVO100 senkt die Lebenszyklus-Emissionen um bis zu 86 % im Vergleich zu fossilem Diesel*.
• Subunternehmer, die HVO100 einsetzen, tragen zu geringeren Emissionen in Ihrem gesamten Scope-3-Profil bei.
* Basierend auf verifizierten Lieferdaten für 2025. Die tatsächliche Reduktion pro Lieferung variiert zwischen 57 % und 121 % je nach Rohstoffzusammensetzung und zertifizierter Charge. Berechnet nach der Well-to-Wheel-Lebenszyklusmethodik der RED III mit ISCC-zertifizierter Massenbilanz-Allokation. Proof-of-Sustainability-Dokumentation (PoS) auf Anfrage verfügbar.
Binden Sie Subunternehmer frühzeitig ein
• Legen Sie Emissionsberichtsstandards für alle Subunternehmer fest.
• Nehmen Sie Anforderungen zur Emissionsberichterstattung in Subunternehmerverträge auf.
• Ermutigen Sie Subunternehmer, auf erneuerbare Kraftstoffe und Fahrzeuge mit nachweislich geringeren Emissionen umzusteigen.
Investieren Sie in Emissionserfassungstools
• Nutzen Sie Plattformen wie Biofuel Express Insight, um Emissionen von Subunternehmern und eigenen Betrieben zu erfassen und zu messen.
• Unterstützen Sie Subunternehmer mit Leitlinien, wie sie genaue Emissionsdaten sammeln und berichten können.
Arbeiten Sie mit zertifizierten Lieferanten zusammen
• Wählen Sie Subunternehmer und Kraftstofflieferanten, die ihre Emissionsdaten belegen können.
• Arbeiten Sie mit Lieferanten zusammen, die nach anerkannten Nachhaltigkeitsstandards (z. B. ISCC) zertifiziert sind.
Beginnen Sie frühzeitig und entwickeln Sie ein Rahmenwerk
• Etablieren Sie ein internes System zur Erfassung von Emissionen.
• Starten Sie mit Pilotprojekten, um Datenerfassung und Berichtsverfahren zu verfeinern.
• Entwickeln Sie einen Fahrplan zur Emissionsreduktion, der mit den CSRD-Anforderungen übereinstimmt.
Wenn Sie bereit sind, Möglichkeiten zur Emissionsreduzierung und zur Vereinfachung der Compliance zu erkunden, nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir helfen Ihnen, komplexe Vorschriften in messbare Ergebnisse zu verwandeln.
Eine vollständige Einordnung der doppelten Wesentlichkeit neben Scope 1/2/3, SBTi und Proof of Sustainability finden Sie in unserem Leitfaden „Was sind Scope 1, 2 und 3 Emissionen?“.
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